SDGs und GLGs – was ist der Unterschied?

person holding a green plant

Im vorherigen Beitrag sind wir der Fragestellung nachgegangen, was die Agenda 2030 für einen Zweck verfolgt und wie die genannten Ziele umgesetzt werden können. Wir haben ebenso erkannt, dass sich diese Ziele zwar schon auch an die Gesellschaft richten, die Umsetzung häufig aber bei Staaten, Ländern, Gemeinden, NPOs und NGOs liegt – die Liste ist lang.

Das Pendant zu den Sustainable Development Goals (SDGs) auf Ebene der Organisationen bilden die Good Life Goals (GLGs) auf der Ebene des Individuums. Das heißt, dass diese Ziele uns zeigen, was wir als Person bzw. Angehörige*r einer Gesellschaft machen können. Die so genannten Good Life Goals wurden im Jahr 2018 durch das 10FYP der Vereinten Nationen veröffentlicht und bestehen aus 85 Einzelmaßnahmen passend zu den SDGs (= 5 pro Ziel). Die Abkürzung 10FYP steht für 10-Year Framework of Programmes on Sustainable Consumption and Production Patterns. Im Unterschied zu den quadratischen Symbolen der SDGs, sind die Good Life Goals an Emojis zu erkennen.

Vereinfacht gesagt helfen uns die GLGs dabei, nicht nur zu erkennen, was verändert werden muss, sondern eher wie wir an die Themenfelder herangehen können. Sie sollen auf Menschen inspirierend wirken und anregen, selbst tätig zu werden und dadurch einen womöglich kleinen, aber effektiven Beitrag zu leisten.

Beispiel

Zur Veranschaulichung beginnen wir quasi auf der Ebene der SDGs. Hierfür sehen wir uns Ziel Nr. 8 genauer an:

SDG Nr. 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Dies umfasst u. a. ein nachhaltiges wachsen der Wirtschaft, die Wahrung sowie den Ausbau von Arbeitsrechten und der Gleichstellung am Arbeitsplatz.

Als Unterziele finden wir bei 8.3: Entwicklungsorientierte Politiken fördern, die produktive Tätigkeiten, die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze, Unternehmertum, Kreativität und Innovation unterstützen, und die Formalisierung und das Wachstum von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen unter anderem durch den Zugang zu Finanzdienstleistungen begünstigen.

Wenn wir uns nun die Good Life Goals der UN ansehen, können wir als passendes Ziel die Förderung von lokalen Unternehmer*innen im In- und Ausland erkennen. Gemeint ist hiermit, dass wir nicht nur an die heimische Wirtschaft denken, sondern über unseren Tellerrand hinausblicken. Wenn wir verreisen oder Waren aus dem Ausland kaufen liegt es an uns Konsument*innen zu entscheiden, an wen wir unser Geld geben und wem nicht. Der Fakt, dass nicht immer die Produkte von lokalen Unternehmer*innen die günstigeren am Markt sind stimmt oft, jedoch sollte dieser Umstand nicht pauschal betrachtet werden. Des Weiteren zahlen die Firmen, im Gegensatz zahlreicher multinationaler Konzerne, wesentlich mehr Steuern und Beiträge für den Erhalt der Infrastruktur bzw. haben höhere Bezugspreise aufgrund des geringeren Absatzes.

Was wir Dir noch sagen möchten…

Viele Menschen denken, dass die Hoffnung ohnehin verloren ist, da sie als Einzelperson kaum etwas bewirken können. Wir denken jedoch, dass auch hier durch ein „über den Tellerrand“ hinaus denken, notwendig ist. Wir können nicht die Welt alleine retten, aber wir können im Idealfall in unserem eigenen Umfeld andere dazu bewegen, selbiges zu tun. Am Beispiel des Konsums haben wir als Kund*innen zu bestimmen, wie die Märkte der Zukunft aussehen werden und auch hier zählt: die Menge macht es aus.

Wenn wir alle unseren eigenen Lebensstil hinterfragen und auch bereit sind diesen anzupassen, schaffen wir es, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Weitere Informationen

GoodLifeGoals.org
Initiative2030
United Nations Environment Program (UNEP)

Agenda 2030 – Sustainable Development Goals

Beginnend mit dem Jahr 2016 begannen die Staaten der UNO mit der Umsetzung der Agenda 2030, auch bekannt als Sustainable Development Goals bzw. im deutschsprachigen Raum als Ziele für nachhaltige Entwicklung. Der Grundstein für diese Agenda wurde im Rahmen der Rio+20 Konferenz gelegt und im Jahr 2015 durch die Mitgliedstaaten der UNO verabschiedet.

Die 17 Ziele dienen dazu, die Welt zu einem nachhaltigeren Ort zu machen und Themen wie Wirtschaftswachstum, positive Veränderungen in Gesellschaft und Politik mit dem Schutz von Biodiversität und der Eindämmung des Klimawandels zu kombinieren. Die Gewährleistung der Umsetzung bis zum Jahr 2030 bzw. die Umsetzung selbst findet mehrheitlich auf institutioneller Ebene statt. Hierzu gehören u. a. Staaten, Wirtschaftstreibende, Nichtregierungsorganisation (NRO/NGO) sowie nicht gewinnorientierte Organisationen (NPO).

abiLehre.com supports the Sustainable Development Goals

Erkennungsmerkmal der Agenda 2030 stellt ein Ring, bestehend aus den 17 Farben der Piktrogramme dar. Die Piktogramme bzw. genauer gesagt deren Überschriften, wurden in einer Vielzahl an Sprachen übersetzt. Ebenso finden sich zahlreiche Versionen mit unterschiedlichen Sprachniveaus im Internet, um dieses Thema allen Menschen zugänglich zu machen und dessen Wichtigkeit zu unterstreichen.

Übersicht der Ziele

Die Sustainable Development Goals bestehen insgesamt aus 17 Hauptzielen sowie169 Unterzielen. Eine Möglichkeit der Umsetzung am Beispiel der österreichischen Verwaltung findest du weiter unten (Umsetzung in Österreich).

#1 Keine Armut
Armut in allen ihren Formen und überall beenden

#2 Kein Hunger
Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

#3 Gesundheit und Wohlergehen
Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

#4 Hochwertige Bildung
Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

#5 Geschlechtergleichheit
Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

#6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

#7 Bezahlbare und saubere Energie
Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sicher

#8 Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

#9 Industrie, Innovation und Infrastruktur
Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

#10 Weniger Ungleichheiten
Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

#11 Nachhaltige Städte und Gemeinden
Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

#12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

#13 Maßnahmen zum Klimaschutz
Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

#14 Leben unter Wasser
Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

#15 Leben am Land
Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

#16 Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

#17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele
Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Weitere Details bzw. auch die Verknüpfung der SDGs mit konkreten Zielsetzungen findest du auf der Webseite des Bundeskanzleramtes.

Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich

Mitunter stellst du dir nun die Frage, wie die Ziele erreicht werden können, da die oben angeführten Formulierungen durchaus sehr ambitioniert sind. Bevor der Startschuss zur Umsetzung der SDGs im Jahr 2016 fiel, bekamen die Bundesministerien der Republik Österreich den Auftrag, ihre Tätigkeitsbereiche zu evaluieren und zu überprüfen, in welchen Bereichen die Umsetzung der SDGs bereits jetzt in Form von Projekten oder Strategieprozessen implementiert wurde. Die Umsetzung selbst erfolgt auf Bundesebene durch die Minister*innen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich. Dies hat den Vorteil, dass dadurch die Maßnahmen wesentlich zweckdienlicher ausgerichtet werden können, da die Kompetenzen, welche für die Umsetzung notwendig sind, auch im jeweiligen Bereich angesiedelt sind.

Damit die Zusammenarbeit auch über die Grenzen der Ministerien hinausgehen wurde durch Beschluss des Ministerrats eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) gegründet. Die Aufgabe dieser Arbeitsgruppe besteht u. a. darin, offizielle Fortschrittsberichte zu verfassen bzw. Prioritäten bei der Umsetzung zu setzen.

Eine Möglichkeit der Umsetzung und Verfolgung der SDGs stellt in Österreich die Wirkungsorientierte Steuerung dar. Stark vereinfacht bedeutet dies: die Gesetzgebung verpflichtet sich dazu, im Rahmen der Budgetierung s. g. Wirkungsziele zu erstellen. Im Rahmen dieser Ziele definieren die Ministerien auf einer abstrakten Ebene, welcher Ist-Zustand durch gesetzte Maßnahmen erreicht werden soll, wie das Ziel erreicht wird und wie das Ergebnis auch gemessen werden kann.

Beispiel aus dem Bundesfinanzgesetz 2023, Anlage I Bundesvoranschlag:

Wirkungsziel 2:
Absicherung des kulturellen Erbes und der staatlichen Kultureinrichtungen und Gewährleistung eines breiten Zugangs der Öffentlichkeit zu Kunst- und Kulturgütern

[…]Mit der Fördervergabe für Investitionen zur Erhaltung des Denkmalbestandes wird neben der Entlastung der Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer auch eine nachhaltige Absiche[-]rung des kulturellen Erbes Österreich sichergestellt und damit ein Beitrag zu SDG 11.4. geleistet.

Quelle: Bundesfinanzgesetz 2023 BFG, S. 426

Betrachten wir das im Bundesvoranschlag erwähnte Wirkungsziel aus der Perspektive der Agenda 2030, so können wir folgendes feststellen:
Ziel 11 = Nachhaltige Städte und Gemeinden
Unterziel 11.4 = Die Anstrengungen zum Schutz und zur Wahrung des Weltkultur und -naturerbes verstärken

Der Weg zur Erreichung der Ziele mag schwierig sein, jedoch liegt es an uns, diese Chancen aufzugreifen und die Zukunft zu etwas positiverem zu formen, bevor sie uns formt und ein Leben, z. B. aus klimatischen Gründen, nur schwer möglich ist.

Weiterführende Links

United Nations Environment Program (UNEP) / Umweltprogramm der Vereinten Nationen
Bundeskanzleramt der Rep. Österreich: Nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030 / SDGs
Initiative 2030 – live the goals

Time for a change…

Liebe Lehrlinge!

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, wird sich im Jahr 2022 bei den Inhalten und dem Aufbau der Lehrabschlussprüfung vieles ändern. Aus diesem Grund haben wir bereits jetzt die alten Übungen offline genommen, um eduLehre fit für die Zukunft zu machen. Die Leseübungen bleiben weiterhin online, da ihr diese Kompetenz, wenn auch in einer anderen Form, gut gebrauchen könnt. 🙂

Die neuen Übungen werden, wie gewohnt, mehrmals überprüft und erst dann für euch freigegeben, wenn sie schlüssig sind bzw. unseren Qualitätsstandards entsprechen.

Falls du dir die gesetzliche Grundlage für die neue Lehrabschlussprüfung ansehen möchtest, klicke einfach auf den Button und du wirst automatisch zum Rechtsinformationssystem der Republik Österreich (RIS) weitergeleitet.

Foto: Nataliya Vaitkevich, 2020

Version 3 – Into the Wild

Viel Zeit ist vergangen seit unserem letzten großem Update, aber spätestens mit unserem ersten LAP Workshop wird es Zeit für etwas Neues. 😀

Den ersten Anfang machte unser LAP Workshop, welcher via ZOOM, eduLehre und der Software MURAL abgehalten wurde.
Außerdem haben wir euch wieder einige Übungen zur Verfügung gestellt – wie gehabt, werden wieder laufend neue publiziert.

Into the Wild

Der Weg zur Lehrabschlussprüfung ist nicht immer gleich überschaubar und einfach. Es kann einem schnell das Gefühl vermitteln, in einem Wald inmitten des Dickichts auf der Suche nach dem richtigen Weg zu sein. Dein Kompass durch diese Phase der Orientierung sind einerseits deine über die Jahre angefertigten Unterlagen und andererseits dein profundes Wissen, dass auf seinen Einsatz wartet.
Manchmal und das ist glaube ich schon jedem einmal passiert, scheint die Lösung in weiter Ferne zu sein und der Grund liegt meist auf der Hand, nämlich dass wir uns meist selbst im Weg sind. Hier können wir an dieser Stelle nur folgenden Tipp geben: traut euch und springt über euren eigenen Schatten. Macht euch nicht kleiner, als ihr tatsächlich seid und vertraut auf die hochwertige Ausbildung, die ihr in den letzten Jahren erhalten habt.

Startet euer Abenteuer und macht euch auf den Weg zur bestandenen Lehrabschlussprüfung.

Euer Team von
abiLehre.com

Was erwartet Euch in dieser Version?

Literaturempfehlungen

Hier bekommst Du einen kurzen Überblick über, unserer Meinung nach, wichtige bzw. aktuelle Fachbücher und Zeitschriften aus dem ABID-Bereich. Besonders empfehlenswerte Titel sind zusätzlich gekennzeichnet.
Du vermisst einen Titel? Schreibe uns eine Nachricht mit den bibliographischen Angaben und wir fügen die Publikation gerne zur Liste hinzu! Kontakt

Allgemein

Holste-Flinspach, Karin (2020). Prüfungshandbuch FaMI-Ausbildung: Übungsaufgaben Für Die Zwischen- Und Abschlussprüfung. (4., umfassend überarbeitete und erweiterte Auflage). Bad Honnef: Bock + Herchen Verlag. ISBN: 978-3-88347-341-3

Rautenberg, Ursula (2015). Reclams Sachlexikon des Buches: von der Handschrift zum E-Book (3., vollst. überarb. und aktualisierte Aufl.). Stuttgart: Reclam. ISBN: 978-3-15-011022-5 EMPFOHLEN
Rezension

Archivwesen

Antenhofer, Christina (2020). Kulturelles Erbe und die Rolle der Archive. Scrinium, 74, 9-21.

Diener-Staeckling, Antja (2018). Wie entwickle ich eine Social-Media-Strategie für mein Archiv? – oder: Die optimale Kosten-Nutzen-Rechnung. Archivar, 71 (1), 28-31.

Gillner, Bastian (2018). Offene Archive. Archive, Nutzer und Technologie im Miteinander. Archivar, 71 (1), 13-21. EMPFOHLEN

Glauert, Mario (2013). Dimensionen der Digitalisierung. Kosten, Kapazitäten und Konsequenzen. In C. Kauertz (Hrsg.), Digital und Analog. Die beiden Archivwelten (48-59). Bonn: Rudolf Habelt.

Glauert, Mario (2019). Quo vadis Lesesaal? Die digitale Transformation der Archivbenutzung. In S. Büttner (Hrsg.), Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. Antworten aus der Informationswissenschaft (25-39). Berlin: Simon Verl. für Bibliothekswissen.

Griesser-Stermscheg, Martina, Sternfeld, Nora, & Ziaja, Luisa (2020). Sich mit Sammlungen anlegen. Gemeinsame Dinge und alternative Archive. Berlin: De Gruyter. ISBN: 978-3-11-070044-2

Hänger, Andrea (2020). Die Mühsal der Zugänglichkeit. Methodische Herausforderungen beim Aufbau virtueller Lesesäle. Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 17 (1), 179-189.

Hochedlinger, Michael (2009). Aktenkunde: Urkunden- und Aktenlehre der Neuzeit. Wien: Böhlau [u.a.]. ISBN: 978-3-205-78296-4

Hochedlinger, Michael (2013). Österreichische Archivgeschichte: vom Spätmittelalter bis zum Ende des Papierzeitalters. Wien: Böhlau [u.a.]. ISBN: 978-3-205-78906-2 EMPFOHLEN

Lepper, Marcel, & Raulff, Ulrich (2016). Handbuch Archiv. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. Stuttgart: Metzler. iSBN: 978-3-476-05388-6 EMPFOHLEN

Stumpf, Marcus (2018). Praktische Archivkunde: ein Leitfaden für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste : Fachrichtung Archiv (4. überarbeitete Auflage). Münster: Ardey-Verlag. ISBN: 978-3-87023-434-8 EMPFOHLEN
Rezension

Bibliothekswesen

Gantert, Klaus (2016). Bibliothekarisches Grundwissen (9., vollständig neu bearbeitete und erweiterte Auflage.). Berlin, Boston: De Gruyter Saur. ISBN: 978-3-11-032145-6 EMPFOHLEN

Bibliothek Forschung und Praxis. Berlin, New York, NY: de Gruyter Saur. ISSN: 0341-4183

Hilz, Helmut (2019). Buchgeschichte: eine Einführung. Berlin, Boston: De Gruyter Saur. ISBN: 978-3-11-040515-6 EMPFOHLEN

Krajewski, Markus (2017). Zettelwirtschaft: die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek. Berlin: Kulturverl. Kadmos. ISBN: 978-3-86599-214-7
Rezension

Just, Peter; Wieland, Florian (2017). Von der Discokugel bis zum Heimplanetarium / Die „Bibliothek der Dinge“ an der ZLB in Berlin geht in den Regelbetrieb In: BuB – Forum Bibliothek und Information 69 (2017)01, S. 34-35
https://opus4.kobv.de/opus4-bib-info/frontdoor/index/index/docId/14046

Umlauf, Konrad. (2012). Handbuch Bibliothek : Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. ISBN: 978-3-476-02376-6

Unterkircher, Franz; Fiedler, Rudolf; Stickler, Michael (1980). Die Bibliotheken Österreichs in Vergangenheit und Gegenwart. Wiesbaden: Dr. Ludwig Reichert Verlag. ISBN: 3-88226-105-6

Weimann, Karl-Heinz (1975). Bibliotheksgeschichte: Lehrbuch zur Entwicklung und Topographie des Bibliothekswesens. München: Verl. Dokumentation. ISBN: 3-7940-3179-2 EMPFOHLEN

Diverse Themengebiete / Weitere Literaturempfehlungen

Feitsch, Nathalie; Habermayer, Andreas (2019). abiLehre.com: Wissensvermittlung mit Nachhaltigkeit, In: Bibliothek Forschung und Praxis, 43(1), 150-153. doi: https://doi.org/10.1515/bfp-2018-2001

Beetz, Andrea; Heyer, Meike (2014). Leseförderung mit Hund: Grundlagen und Praxis (2. Auflage.). München: Ernst Reinhardt Verlag. ISBN: 978-3-497-02997-6

Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB)

Eingang zum Palais Fürstenberg, (C) Wikimedia/Bettina Führer
Eingang zum Palais Fürstenberg, © Wikimedia/Bettina Führer

Im Jahr 1859 wurde der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, damals als Verein der Österreichischen Buchhändler im Zuge einer Tagung gegründet.
Seit jeher bildet der Verein, beziehungsweise ab dem Jahr 1950 Verband, die Interessenvertretung der Österreichischen Buchhändlerinnen und Buchhändler, Verlegerinnen und Verleger, Auslieferer, Verlagsvertreterinnen und Verlagsvertreter und Antiquarinnen und Antiquare im In- uns Ausland. Der in der Grünangergasse 4 im Fürstenbergpalais ansässige Hauptverband sichert des Weiteren den Erhalt und den Ausbau der wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die Buchbranche und unterstützt sie bei der täglichen Arbeit.

Repräsentation der Buchbranche im In- und Ausland

Ähnlich wie bei Kammern, also zum Beispiel der Arbeiterkammer, ist der HVB das Sprachrohr seiner Mitglieder gegenüber Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Hierbei wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um ein dabei um ein kleines Unternehmen handelt oder aber um eine Buchhandelskette mit mehreren Filialen. Der Hauptverband ist zudem die österreichische Vertretung in der Federation of European Publishers (FEP), sowie der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB).Die Mitglieder der 5 Fachverbände (Verlagswesen, Buchhandlungen, Großhandel, Antiquariate und Verlagsvertreter/innen) bestimmen die Inhalte, welche bearbeitet werden sollen. Im Hauptverband werden diese Interessen zusammengetragen und stark nach außen hin vertreten. Zusätzlich zu aktuellen Themen, widmet sich der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels auch durchgehend Punkten wie z.B. der Buchpreisbindung, dem Urheberrecht (damit verbunden auch eine faire Entlohnung von österreichischen Verlegern und Autor/innen), sowie dem reduzierten Mehrwertsteuersatz bei Büchern.

Erwähnenswert wäre auch, dass Verlage die Möglichkeit des Titelschutzes haben. Das bedeutet, dass nach erfolgreicher Beantragung und der Publizierung des Titelschutzes in der Verbandszeitung anzeiger (erscheint monatlich) die Möglichkeit besteht, sich die Rechte an einem Titel bereits vor Erscheinen des eigentlichen Buches oder einer Reihe zu sichern – was bei vielen Büchern von hoher Relevanz ist. Beispiel: 2017 wurde das Thema Bitcoin in den Medien brandaktuell. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Autorinnen und Autoren über die gleiche Thematik schreiben und womöglich auch mehrere an denselben Titel denken.

Weiterbildungen im mediakolleg

Zusätzlich zu diesen Leistungen bietet der Hauptverband im Rahmen des mediakollegs ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm an. Dieses umfasst neben Tageskursen auch mehrtägige Workshops. Die Themengebiete reichen hier von Verkaufstrainings, Buchpreisbindung, E-Commerce oder aber auch Kurse zum Thema Datenschutz oder Urheberrecht – das Spektrum ist hier weit gefächert! Die Kurse richten sich an alle Interessentinnen und Interessenten der Buchbranche, Mitglieder des HVB erhalten Sonderkonditionen beim Preis. Ergänzend hierzu gibt es auch immer wieder zahlreiche Stellengesuche und -angebote im Servicebereich zu finden.

Als Archiv-, Bibliotheks- und Informationsassistent/in bezahlst Du bei Kursen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels den Mitgliedspreis. Die aktuelle Kursliste findest du hier.

Vereins- bzw. Verbandszeitschrift „anzeiger“

Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz, Zweiter Jahrgang, 1/1861, (C) ANNO / Österreichische Nationalbibliothek
Oesterreichische Buchhändler-Correspondenz, Zweiter Jahrgang, 1/1861, (C) ANNO / Österreichische Nationalbibliothek

Bereits ein Jahr nach der Gründung wurde die Vereins- bzw. später Verbandszeitschrift „anzeiger“ ins Leben gerufen. Die Zeitung zählt somit zu einer der ältesten, fast durchgehend erschienenen Vereinszeitschriften in Österreich, welche anfangs unter dem Titel Österreichische Buchhändler-Correspondenz bzw. ab dem Jahr 1922 als Anzeiger für den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel publiziert wurde. Nach August 1938 erschien bis August 1945 keine Ausgabe, da der Verein aufgelöst und in die Reichsschrifttumskammer eingegliedert wurde. Mittlerweile erscheint der anzeiger monatlich in einer Auflage von 3.800 Exemplaren. Zusätzlich ist er für Mitglieder als epaper online abrufbar.

BUCH WIEN, Preise und Auszeichnungen und mehr

Was mit einer Buchwoche im Wiener Rathaus 1948 begann, wurde 6 Jahrzehnte später, also im Jahr 2008, zur größten österreichischen Buchmesse mit nationalen und internationalen Ausstellern. Die BUCH WIEN findet jährlich in den Räumlichkeiten der Messe Wien statt und wird seit einigen Jahren durch die Eröffnungsveranstaltung, der Langen Nacht der Bücher, mit zahlreichen Lesungen und einem abwechslungsreichen Programm eröffnet. Bei der zehnten Auflage der Messe waren insgesamt 48.500 Messebesucher bei den rund 451 Veranstaltungen mit 381 Autorinnen und Autoren sowie 350 Ausstellern.

Die 11. BUCH WIEN findet von 07. bis 11. November 2018 in der Halle D der Messe Wien statt.

Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels vergibt jährlich mehrere Preise und Auszeichnungen. Zu den wichtigsten Preisverleihungen gehört unter anderem der Österreichische Buchpreis, welcher in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt vergeben wird. Der mit 20.000 € dotierte Preis wird am Vorabend der Eröffnung der BUCH WIEN verliehen. Im Jahr 2017 gewann Eva Menasse mit dem Buch Tiere für Fortgeschrittene den begehrten Preis. Bemerkenswert wäre hier vielleicht noch, dass sie gemeinsam mit ihrem Halbbruder, Robert Menasse (Die Hauptstadt), im Finale stand.
Zusätzlich gibt es einen von der Arbeiterkammer Wien gesponserten Preis in der Kategorie Debüt, welcher mit 10.000 € dotiert ist. Die Gewinnerin im Jahr 2017 war Nava Ebrahimi mit ihrem grandiosen Werk Sechzehn Wörter.

Es gäbe noch eine Vielzahl weiterer Angebote und Tätigkeiten des HVB, wie zum Beispiel der Vergabe von ISBN-Nummern in Österreich, dem Herausgeben von Bestsellerlisten oder der Bewerbung und Förderung von Veranstaltungen rund um den Welttag des Buches. Wer mehr über die Geschichte des Verbandes und/oder über wichtige Meilensteine etwas lesen möchte, kann die Verbandszeitschrift ab dem Jahr 1861 im Projekt ANNO der Österreichischen Nationalbibliothek aufrufen. Aktuelle Informationen können bequem per wöchentlichen Newsletter empfangen werden. Hierfür ist keine Mitgliedschaft notwendig.


Weiterführende Links:

Webseite des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (wikipedia)
Aktuelles Kursprogramm des mediakolleg (Weiterbildungen)
BUCH WIEN
Österreichischer Buchpreis
Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (Facebook)

International Standard Book Number (ISBN)

Bei der International Standard Book Number (ISBN, dt. „Internationale Standardbuchnummer“) handelt es sich um eine Nummer zur eindeutigen Identifizierung eines Buches oder selbstständig publizierten Werkes. Sie enthält außerdem Informationen über die (geographische und sprachliche) Herkunft, den Verlag und den Titel. Die aktuelle Version ist die ISBN 13.

Bestandteile der ISBN

Die Vergabe des Ländercodes (auch Gruppennummer oder Ländernummer genannt) obliegt der International ISBN Agency, welche in London (GB) ihren Sitz hat.

(C) eduLehre.com / abiLehre.com

Die darauffolgende Verlagsnummer wird von der jeweils im Land zuständigen Institution vergeben. Am Beispiel von Österreich wäre dies der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.

Der nächste Bestandteil ist die vom Verlag zugewiesene Titelnummer. Diese Nummer darf nur einmalig vergeben werden. Das heißt, dass im Falle einer Abänderung des Inhalts auch eine neue Titelnummer vergeben werden muss. Bei einem Nachdruck einer bereits bestehenden Auflauge, bei der nur z. B. Rechtschreibfehler korrigiert wurden, hingegen nicht.

Den Abschluss bildet die sogenannte Prüfziffer. Sie wird berechnet und dient zur Nachkontrolle, ob die ISBN korrekt vergeben wurde.

Nicht prüfungsrelevant, aber vielleicht gut zu wissen:

Wie kommt die Prüfziffer bei der ISBN zustande?

Beispiel: 978-3-598-11771-?

Die Ziffern der ISBN werden alle miteinander addiert, wobei jede zweite Ziffer mit der Zahl 3 multipliziert wird. Das bedeutet: 9+21+8+9+… usw.

Bei dieser ISBN erhält man das Endergebnis 122. Hiervon wird nun die letzte Stelle, also 2, von 10 subtrahiert. Das heißt: 10-2=8 (= Prüfziffer)

Version 2 – Alpstein

Vor geraumer Zeit haben wir die Testphase von eduLehre.com gestartet. In „Adventure of a Lifetime“ konntet ihr schon zahlreiche Informationen einholen oder zum Beispiel auch eure Lesekünste bei der Kurrentschrift verbessern.

Wir haben eure Gedanken, vor allem euer wertvolles Feedback, genützt und noch einmal nachgebessert. Außerdem haben wir in der neuesten Version uns bewusst darauf fokussiert, euch auf dem steilen und leider derzeit noch anstrengenderen Pfad zur Lehrabschlussprüfung zu begleiten.

In Alpstein findet ihr zahlreiche Übungen, die wir laufend erweitern, welche euch durch ein möglichst breites Spektrum auf jede Kleinigkeit bei der LAP vorbereiten sollen.

Warum Alpstein?

Der Alpstein bildet einen Teil der Appenzeller Alpen in der Schweiz. Der Weg zu den Gipfeln ist durchaus anspruchsvoll, aber schaffbar (Anm.: man kann natürlich auch die Seilbahnen nützen, aber das wäre ja langweilig 😉 ). Am Ziel angekommen, kommt man in den Genuss eines wundervollen Panoramas. Vergleicht man diesen anstrengenden Weg mit einer Prüfungsvorbereitung, so wird deutlich, dass der Blick immer nach vorne gerichtet sein soll. Auch, wenn es manchmal den einen oder anderen Schritt zurück bedarf. The best view comes after the hardest climb.

Was erwartet Euch in dieser Version?

Beitragsbild: Image by Walter Frehner from Pixabay

[ABI] Übung 8 – know your company!

Im Rahmen der Lehrabschlussprüfung kann und wird es wahrscheinlich dazukommen, dass Du unter anderem über Aufgaben, Abläufe oder Bestände in der eigenen Institution Bescheid wissen solltest.

Damit Du während der Prüfung nicht ins Stocken gerätst, haben wir hier ein paar Fragestellungen niedergeschrieben, bei denen Du dir schon jetzt die passenden Informationen zurechtlegen kannst.

Mögliche Fragestellungen über den eigenen Betrieb

Hinweis: diese Fragen können, müssen aber nicht, bei der mündlichen Prüfung gestellt werden.

Wie lautet der vollständige Name Ihrer Institution?

Wem sind Sie zugehörig? (z.B. Universität, Ministerium, Gemeinde, …)

Welche Aufgaben hat Ihre Institution generell?

Welchen Aufgaben sind Sie während der Lehrzeit nachgegangen?

Gab es einen Bereich, der Sie besonders interessiert hat?

Der Weg des Mediums: wie ist der Ablauf im eigenen Betrieb?

Welche/n Sammlungsschwerpunkt/e hat Ihre Institution?

Welche Kriterien müssen erfüllt sein, damit Ihre Institution Medien erwirbt?

Von welchen Erwerbungsarten macht Ihre Institution Gebrauch?

Wie viele Medien besitzt Ihre Institution? (ggf. schätzen)

Welche Arten von Medien besitzt Ihre Institution?

Wie sind die Bestände in Ihrer Institution geordnet bzw. aufgestellt?

Mit welchen Mitteln wird Wissen nach Außen vermittelt? (z.B. Website, OPAC, Führungen, Lesungen, Teaching Library, …)

Mit welchen Mitteln (z.B. Software, bestimmte Papiersorten,…) arbeiten sie in Ihrer Institution?

Wird Ihre Institution von bestimmten Personen aufgesucht? (z.B. ist für die Öffentlichkeit zugänglich oder nicht?)

Welche Gesetze bzw. Regeln müssen Sie im Zuge Ihrer Arbeit beachten?

Welche Rolle spielt Sicherheit an Ihrem Arbeitsplatz? (z.B. Schutz der Medien, Brandschutz, besondere Klimabedingungen,…)